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Die Route, die es sein könnte...
Planen kann man viel, im Endeffekt kommt alles doch ganz anders. Das schönste an einer Reise, deren genaues Ende nicht feststeht, ist die Flexibilität. Natürlich gibt es einige Umstände die auch uns dazu zwingen können bestimmte Wege einzuschlagen, vorherrschenden Winde, die nahende Hurrikansaison und ähnliches. Der geplante Weg nimmt immer wieder neue Formen an, das hängt von vielen Dingen ab, ein Bericht über den Amazonas ruft Bilder von unserem Boot mitten auf diesem faszinierenden Fluß in unseren Köpfen hervor, Erzählungen von Freunden über die Galapagos Inseln führen eben genau dorthin, eine Freundin zieht nach New York, und wir stellen uns vor, wie die New Yorker Skyline vor dem Bugspriet aus dem Meer taucht. Jedes neue geplante Ziel verdrängt ein anderes, denn auch wir haben nicht alle Zeit der Welt und ein Segelboot ist ein sehr gemächliches Fortbewegungsmittel. Der Besuch einer bestimmten Inselgruppe, wie zum Beispiel der Osterinseln, kann eine Verlängerung der Reise um Monate bewirken. So ist denn unsere Routenplanung nur ein grobes Konzept, so oder ähnlich könnte er aussehen, unser Weg um die Welt: Ausgangsort, sehr romantisch, in aller Munde, geradezu aufsehenerregend ist der kleine Ort Makkum am Ijsselmeer - Süßwasser!

Nichtsdestotrotz, Makkum besteht zum größten Teil aus Marinas und Werften, zur Vorbereitung einer langen Fahrt also bestens geeignet und ein bißchen Erholung für unseren Rumpf im Süßwasser hat die Lady nach ihrem ersten Törn auch mal verdient.....Ab Juli 2001 wird sich der Kompaß dann endlich nur noch zwischen Süd und West bewegen, englischer Kanal, Südengland, französische Küste. Die erste große Herausforderung, die Biskaya steht danach an, gefolgt von Nordspanien und der portugiesischen Atlantikküste. Der Sprung über den großen Teich wird dann entweder auf den Kanaren oder Kapverden vorbereitet. Die letzten Ersatzteile werden gekauft, jede Ecke des Schiffes mit Lebensmitteln und Getränken vollgestopft, die letzten Seekarten kopiert und natürlich jeden Tag darüber debattiert, wann denn nun der beste Termin für den Start ist. Wenn's dann endlich geklappt hat und wir wohlbehalten die andere Seite erreicht haben, fangen die Planungsschwierigkeiten schon an, Venezuela, Kuba, Mexiko sind eigentlich die drei Ziele, bei denen wir uns beide absolut einig sind, alles andere steht in den Sternen. Nach der Durchquerung des Panamakanals stehen die Galapagos Inseln als nächstes Ziel an. Von dort kommt der unendliche Schlag über den hoffentlich stillen Ozean mit Kurs auf Französisch-Polynesien, erstes Anlaufziel sind die Marquesas. Über viele kleine Inselgruppen mit exotischen Namen wie Bora Bora, Fidschi, Tonga und viele andere führt der weitere Weg nach Neuseeland, immer auf der Flucht vor der Hurrikansaison. Nach einem längeren Aufenthalt bei dem wahrscheinlich auch unserem Boot mal wieder eine kleine Schönheitskur gegönnt werden wird, darf natürlich Australien nicht fehlen...... Nathalie möchte unbedingt mit mir in die Oper von Sydney. Ich auch mit ihr. Also nichts wie hin, natürlich auch Tauchen, am Great Barrier Reef. Durch die Torresstraße führt der Weg dann in den indischen Ozean. Indonesien und Thailand werden wir aus Zeitgründen weglassen müssen. Oder auch nicht? Wer weiß? Über 70% der Erde sind mit Wasser bedeckt. Der indische Ozean tut sein Bestes um diesen Prozentwert zu unterstützen. Neues Ziel ist das rote Meer. Dazwischen liegen aber noch die Malediven. Nicht zu verfehlen und nicht auszulassen. Durch das rote Meer ist es nicht einfach. Der Wind kommt in der Regel von Nord und das auch nicht schwach. Die Küsten sind voller nicht dokumentierter Riffe. Tonnen, wie in der Nordsee, sind Mangelware. Kreuzen unter Segeln ist nicht gerade der Kurs, den unsere Iron Lady liebt, die Besatzung auch nicht. Die Alternative ist Afrika und das Kap der guten Hoffnung.
Aber kann man soweit überhaupt schon planen ? Wo man doch noch nicht einmal losgefahren ist. Können schon. Mit dem Finger auf der Karte ist das alles auch gar nicht so weit. Träumen wir doch erst einmal den Traum vom Roten Meer, der würde uns durch den Suezkanal direkt ins Mittelmeer führen, wo unsere Reise dann wahrscheinlich in Spanien ende, bei der anderen Möglichkeit über Afrika führt uns der Weg dann nochmals über die Karibik via Azoren nach Deutschland zurück. Soviel dazu, was man alles planen, überlegen, träumen und wünschen kann, wohin uns der Wind wirklich verschlägt, werdet Ihr auf diesen Seiten verfolgen können..........

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