zurück zur Übersicht  
Blue Hole
Muräne
Im Riff
Manta
Barsch
Barsch
Barakudas
Breitmaulpulpo
Im Riff
Sepia
Muräne
Riffraupe
...Rifffisch
Schildkröte
Riffhaie
Casting
Alles o.k.
Qualle
Tauchguide
Leider keine...
Nacktschnecke
schöne Riffkante
doch Korallen
BlayaBrava
Invasion der ...
Mondfisch
Kugelfisch
Desierto
Fototermin
Micha
Tauchen auf El Hierro

Die Kanarischen Inseln liegen vor der Afrikanischen Westküste und stellen eines der ersten Gebiete dar, bei der die Iron Lady zum Tauchboot wurde. Auch auf Madeira und den Islas Selvagens, die zwischen Madeira und Lanzarote liegen, haben wir schon einige Tauchgänge absolviert, bei denen allerdings mehr Material und Ausrüstung erprobt und getestet wurde.


Der ökologische Zustand der kanarischen Inseln ist im Allgemeinen als traurig zu bezeichnen. Ehemals hat das örtliche Klima mit Wassertemperaturen zwischen 20 und 24 Grad sicherlich optimale Bedingungen für die Unterwasserflora und -fauna dargestellt, doch lange Zeit wurde hier, wie im Mittelmeer, Dynamitfischen betrieben. Die Druckwelle des explodierenden Sprengstoffs zerreißt den Fischen die Schwimmblase, die Tarierweste dieser Lebewesen, und elendig verenden sie an der Oberfläche der See und brauchen von den Fischern nur noch eingesammelt werden.

Dynamitfischen ist schon lange verboten, doch das ökologische Gleichgewicht hat sich bis dato noch nicht wieder eingestellt. Größtenteils bringen die Fischer mit konventionellen Methoden vergleichsweise wenig Fisch in ihre Heimathäfen. Der Fisch wird entweder von großen Fischerbooten, draußen auf offener See gefangen oder kleinere Fischerboote angeln mit elektrisch angetriebenen Tiefseeangeln den Fisch aus großer Tiefe bis zu tausend Meter. Die marokkanische Meerbrasse wird viel gefangen, auf Madeira der Espada (schwarzer Degenfisch). Die Küstenregionen sind meist leergefangen und die ansässigen Tauchschulen hüten angefütterte Zakkis und Muränen wie ihren Augapfel um ihren Gästen eine Attraktion zeigen zu können. Der Ammenhai stellt eine weitere Attraktion dar.


Eine Ausnahme ist El Hierro. Ein Naturschutzreservat im Süden der Insel um Restinga will die Unterwasserwelt vor der Abfischung schützen und kontrolliert Fischer und die derzeit fünf ansässigen Tauchschulen in ihrer täglichen Arbeit. Das Taucherparadies unter den kanarischen Inseln ist gerade bei den Spaniern vom Festland sehr bekannt, die im August zu Scharen einfallen.

Hier haben wir Kontakt zu Günter und Jutta gefunden, die seit einigen Jahren die einzige deutschsprachige Tauchschule am Ort mit Erfolg führen: Fan Diving Hierro. Schon kurz nach der Ankunft der Iron Lady wurden wir freundlich begrüßt und in die Gewohnheiten und gesetzlichen Vorgaben des Tauchgebiets eingeführt. Einige Tauchgänge haben wir hier genossen, die für kanarische Verhältnisse einzigartige Unterwasserwelt
kennengelernt.

Einen der schönsten Tauchgänge habe ich wie folgt beschrieben:

Mein erster Manta.
Unglaublich ! Da muss ich erst 12 Jahre durch die Weltgeschichte reisen, um den halben Globus fliegen und dann tauche ich mehr oder weniger zufällig am Punto Mirador, keine 30 Meter von der Küste entfernt und falle über einen Mantarochen, genauer gesagt ein Teufelsrochen. Geil. Einfach supergeil. Wahnsinn. Ich habe das Grinsen vom Steuerbord- bis zum Backbordohr.

Natürlich übertreibt man ja doch immer, aber der Fisch war sooooooooooo lang. Nein wirklich, mindestens 2,5 Meter, mit mindestens drei Schiffshalterfischen, an der Unterseite angedockt. Geil. Einfach geil. Upps: Ich bin wohl wirklich noch immer ganz aus dem Häuschen.
Aber das war noch nicht alles: Ein monströser Zakki liegt auf genau 40 Metern am Sand und will eindeutig ein gekochtes Ei. Der geht gar nicht weg. Zwanzig Zentimeter vor meiner Brille schauen wir Auge in Auge. Was ein Vieh. Günter, von Fan Diving, zieht ab in eine kleine Höhle und winkt wild. Hinterher und im Schein seiner Lampe wartet ein weiterer Zakki nur darauf: Flups, Flups, erntet er die im Dunklen verborgenen Garnelen ab. Geil. Fünf Meter weiter in der nächsten Höhle, ein Schwarm von Gelbschwanzmakrelen oder sind es schwarze Makrelen ? Ich bin eindeutig überfordert. Vollkommen berauscht müssen wir langsam an den Rückweg denken, vorbei an Schwärmen von Drückerfischen und Brandbrassen. Barakudas schwimmen über uns. Günter liegt unter mir am Grund und wühlt in einem Haufen Steinen herum. Neugierig stoße ich dazu, siehe da, ein Pulpo in seiner Höhle. Günter versucht, ihn mit den Fingern spielend herauszulocken, aber Herr Pulpo ist müde, man sieht nur seine Saugnäpfe nach den Steine greifen...

Einige Tauchgänge folgten und wir waren besonders von den Tauchgängen an der raueren Südostküste begeistert, die allerdings nicht unbedingt bei starkem Wind mit dem Boot erreichbar sind, oder besser gesagt nicht jedermanns Sache sind, weil hoher Wellengang schon mal zu abenteuerlichen Ausfahrten führen kann. Doch befindet sich ein Highlight-Tauchplatz gar nicht weit weg von den ca. 12 bekannten Tauchplätzen. Der Hafen von Restinga ! Hier scheinen sich gerade nachts alle Unterwasserlebewesen der Umgebung zu treffen. Rochen, Sepia und diverse Muränen geben sich die Hand zum Gute Nacht sagen. Aber vor allen Dingen die kleinen Lebewesen, die man eigentlich nur sieht, wenn man sich eine Handbreit Wasser vor das Riff legt, die sich mit unserer Kameraausrüstung nicht fotografieren lassen, lohnen die Betrachtung. Spinnen und Unterwassertausendfüssler. Allgegenwärtig sind auch kleine Kofferfische, deren Namen ich leider nicht kenne. Tagsüber, vielleicht auch manchmal nachts ist mit der Restingasuppenschildkröte zu rechnen. Wer weiß, hinfahren und selber suchen ist die Devise.

Haie gab es keine. Das ist auch eigentlich ganz gut so. Davon werden wir bestimmt noch mehr sehen, als uns lieb ist. Aber sind die Schwärme von Zebrabrassen nicht auch wunderschön anzuschauen ? Es ist schon schwierig genug, all diese Unterwasserwelten mit der Kamera festzuhalten.

Ein guter Tauchguide ist allerdings schon notwendig, Günter neigt dazu jeden Stein umzudrehen, und allen alles zu zeigen. Entsprechend wird es manchmal ein bisschen Rudeltauchen, aber kann man es denn jedem Recht machen ? Mir, dem Wnuk, schon mal gar nicht. Alles O.K., fragt Günter und auf zu neuen Erlebnissen. Da wo anscheinend nichts ist, leuchtet er von unten mit seiner Lampe auf eine wunderschöne Qualle und ihre Schönheit erstrahlt erst in diesem Licht. Hätte ich sie denn ohne Guide gesehen ? Wahrscheinlich nicht. Und im Riff gibt es viel zu sehen, was man alleine vielleicht niemals sehen würde. Man taucht ja auch nicht jeden Tag in dieser wunderschönen Landschaft. Leider keine Korallen, denkt man beim ersten Blick und der Guide zeigt einem wo die getarnten Unterwasserlebewesen leben. Tja: hinterher, weiß man immer mehr.


El Hierro ist vulkanischen Ursprungs. Dies ist an der bizarren Unterwasserwelt auch deutlich zu sehen. Felsformationen stürzen sich in unendliche Tiefen und siehe da, auch Korallen gibt es, wenn man weiß wo diese zu suchen sind. Aufregendes Eintauchen in Unterwasserhöhlen am Playa Brava ist mir leider wegen ungünstigen Wetters nicht möglich gewesen, aber was soll's, jetzt sitze ich gerade auf Cabo Verde, schreibe diesen Bericht und schlage mich mit Riffhaien und viel schlechterer Sicht herum.

Nach einer kurzen Zeit, die uns noch einmal nach Gomera führte, trieb es uns wieder nach El Hierro. Natales Tauchkurs war noch zu absolvieren und auch für mich kam das Tauchen dabei nicht unbedingt zu kurz. Auf einem ganz normalen Tauchgang, bekam ich im Rückspiegel noch mal kurz den Mondfisch zu sehen und die Kugelfische von El Hierro werden mir sicherlich mein Leben lag in Erinnerung bleiben. Ob es auch die kolossalen Barsche am Desierto bleiben werden, wird die Zeit unserer Weltumsegelung zeigen. Doch die Bilder am Riff, die so einladend zum Fotografieren sind, werden sicherlich lange in meinen nächtlichen Träumen eine der Hauptrollen spielen.

FAN Diving Hierro verfügt über eine sehr informative deutschsprachige Homepage, wo man weitere Informationen zu diesem für die Kanaren einmaligem Tauchplatz bekommt. Nathalie hat Ihre Tauchausbildung für die Weltumsegelung bei Günter absolviert und ohne zu lügen, eine ungewöhnlich gründliche Ausbildung. Also, nix wie ab nach El Hierro, einem der letzten Unterwasserparks von Europa.

Siehe auch www.el-hierro-tauchen.de

Fotos: Michael Wnuk, FAN Diving El Hierro, Andrea Hilpert
design & programming by anyMOTION GRAPHICS GmbH
myEDIT - advanced content management system