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Sounds like we have a plan

Offshore Sailing

“Hey Hey. Schau mal, da ist Ostwind am Wochenende. Ein Tief soll sich ziemlich stabil über Bornholm einnisten in den nächsten Tagen. Jan, da können wir mal schnell rübersegeln nach Estonia. Wollte ich immer schon mal hin.“ Jan nickt kritisch. „Da müssen wir aber unsere Crew noch nen bisschen hinführen, damit die denken, dass es ihre eigene Idee ist.“ „Jep. Das kriege ich hin.“

Der erste Tag auf See gestern, außerhalb der Schären, war mit hoher Dünung gesegnet und wenig Wind. Aufzug fahren mit schlagenden Segeln. Regen. Da hat es geheißen: „So. Jetzt bekommt ihr Seebeine.“ Hat nicht so direkt geklappt. Unsere Crew will nicht mehr nach unten gehen und ist auch etwas blass. „Morgen geht es euch besser.“ Die Einfahrt der Schäre Storoen ist so eng, dass es für uns zu gefährlich bei 20 Knoten Westwind sind. „ Da kommen wir nicht mehr raus.“ Über das Heck nehmen wir eine Mouring auf. Es regnet in Strömen. Ich kupple in den Rückwärtsgang ein und wir ziehen die Mouring auf’s offene Meer. „Hmm. Die Mourings scheinen hier nicht für 30t Schiffe ausgelegt zu sein.“ Also vertrauen wir mal wieder besser unserem ROCNA auf dem felsigen Untergrund. Die Kette rappelt verdächtig. Ich sehe uns schon die Nacht auf See verbringen, dann harkt der Anker sich irgendwo ein und die MARLIN steht für die Nacht. „Eins A.“ Einen Anleger will heute keiner, zumal die Crew eigenständig auf die glorreiche Idee gekommen ist der Stadt Tallin in Estonia einen Besuch abzustatten. „140 Meilen. Da könnten wir eigentlich heute Abend noch losfahren. Aber ich mache euch einen besseren Vorschlag. Jan und ich stehen morgen früh um 3 Uhr auf und segeln los. Ihr bleibt einfach liegen bis ihr ausgeschlafen seid.“ Mann und Frau nicken. Ich werde vom Spüldienst freigestellt und sage mal wieder: „Gute Nacht.“

Wir wachen auf ohne Wecker. „15 Knoten Wind.“ Meint Jan aus der Koje unter mir um 2:30. „Ja dann. Mal los.“ Kaum auf See geht die Sonne auf. Auch Reinhold, Martin und Caro erscheinen an Deck. Eine halbe Stunde später bin ich alleine im Cockpit. Alle weg. Alle wieder schlafen gegangen. Ein dickes Honigkuchengrinsen setzt sich in meinem Gesicht fest. MARLIN rennt los und das Land verschwindet am Horizont. Mit dem Land das Internet und ich bin was? Einfach nur glücklich endlich wieder mal für einen längeren Schlag auf See zu sein. Das Umherfahren in den Schären ist zwar schön, aber ganz ehrlich? Nicht mein Ding. Schlimm genug dass die Ostsee so klein ist und man ständig am Rande der Badewanne wieder ankommt. Ich habe Sehnsucht, tiefe Sehnsucht nach meinem Atlantik, nach meiner Südsee und vor allen Dingen zum indischen Ocean. Ob ich da wohl jemals wieder auf eigenem Kiel hinkomme? Fragezeichen schwirren durch meinen Kopf und ersatzweise schaue ich dem anhaltenden nordischen Sonnenaufgang zu. Nolde malt mal wieder persönlich mit Aquarellstiften und lässt die Farben mit einem nassen Maderhaarpinsel am Himmel verlaufen. Schön macht er das.

Zwischenzeitlich haben wir schon einen Strich auf die Karte gesegelt und fast Finnland erreicht, hätten Jan und ich nicht mal wieder eine saubere Q-Wende hingelegt. Wir sind uns mal wieder einig. Halsen sind einfach zu anstrengend mit der MARLIN, vor allen Dingen ohne E-Winsch, die Zwecks Fitness eh ausgeschaltet sind. Nach meinem Kite Unfall im März letzten Jahres hat es ja nun einige Zeit gedauert, unterbrochen von vielen Medikamenten, bis meine Schulter wieder zusammengewachsen ist. Inzwischen ist sie ohne Operation wieder soweit dass ich sie zu 80% belasten und quasi fast normal bewegen kann. Mein Physiotherapeut Daniel hat ganze Wunder geleistet. „Micha. Geh Segeln! Das ist die beste Medizin. Du wirst selber merken wie weit Du gehen kannst“, waren seine Worte bevor ich Flensburg verlassen habe. Recht hat er gehabt. Nächsten Monat werde ich noch mal eine Röntgenaufnahme beim BG Arzt machen. Das ganze war ja nun ein Arbeitsunfall und wurde vorbildlich von den BG Ärzten behandelt. Mit ein Grund, warum das deutsche Sicherheitszeugnis eben nicht schlecht ist.

Tallin liegt an und mitten in der Nacht werden wir irgendwann ankommen. Ein fremder Hafen. Mal wieder. Eine neue Stadt. Wir sind alle sehr neugierig was dort auf uns zukommen wird. Die Stadt soll sehr schön sein, meint Mitsegler Martin. Bis zum Wochenende soll dann der Ostwind kommen, der uns vielleicht mit der Crew 29 sogar noch nach Aaland bringen könnte, bevor es zurück nach Stockholm geht.

Wer mal mitsegeln will, der sollte sich unseren Schlag vom 08.07.2017 – 27.07.2017 Stockholm – Ålandinseln – Bottensee – Stockholm mal anschauen. Unser Expeditionstörn – Abenteuer pur. Mit der MARLIN bis ans Ende der Ostsee. Ein Platz wird verlost, wenn der Törn zustande kommt. Bisher haben wir immer noch nicht genügend Interessierte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Am besten einfach anrufen +49 157 51147894



Du willst auch mal mit? www.marlin-expeditions.com


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  • 13:40:00
  • 27.06.2017
  • 59°29.8325'N, 21°48.8059’E
  • 116°/ 7-8kn
  • Ostsee / Golf von Finland
  • Tallin / Estonia
  • 18°C
  • 20kn/W
  • 2m

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